Schon früh in der COVID-19 Pandemie zeigte sich, dass das Infektionsrisiko je nach Beruf unterschiedlich war und mit stärkerer psychischer Belastung einherging. Um die Situation nach Ende der Pandemie zu erfassen, haben wir im November und Dezember 2023 alle DigiHero-Teilnehmenden zu einer Befragung über ihren Beruf und ihr Wohlbefinden eingeladen. Untersucht wurde, wie Beruf und Arbeitsbedingungen mit Angst und Depressionssymptomen zusammenhängen, sowohl für den Erhebungszeitraum Ende 2023 als auch rückblickend für die Omikron-Welle Anfang 2022.
Insgesamt konnten wir die Daten von 34.303 Teilnehmenden auswerten.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Häufigkeit psychischer Beschwerden
Etwa 12 Prozent der Teilnehmenden berichteten zu beiden Zeitpunkten über erhöhte Angst- und Depressionssymptome. Die stärksten Beschwerden zeigten Menschen auf Jobsuche, die geringsten andere Nicht-Erwerbstätige, meist Rentnerinnen und Rentner (siehe Abbildung).
- Unterschiede nach Beruf
Die Symptome blieben über die Zeit hinweg weitgehend stabil. Dennoch gab es Unterschiede zwischen den Berufsgruppen: Ende 2023 waren Beschäftigte im Bereich Verkehr und Logistik stärker betroffen. Rückblickend auf die Omikron-Welle Anfang 2022 galt dies insbesondere im Gesundheitswesen.
- Bedeutung von Arbeitsbedingungen
Persönliche Belastungen und Lebensumstände hingen stärker mit Beschwerden zusammen als der Beruf selbst. Dazu zählten Stress bei der Arbeit, Konflikte zwischen Arbeit und Privatleben, starkes berufliches Engagement und Einsamkeit am Arbeitsplatz. Frauen berichteten häufiger über stärkere Symptome als Männer.
Fazit
Arbeitsbezogene psychosoziale Belastungen hatten einen größeren Einfluss auf die psychische Gesundheit als der ausgeübte Beruf. Da sich diese Faktoren gezielt beeinflussen lassen, bieten sie wichtige Ansatzpunkte, um psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu verringern.
Die Ergebnisse unserer Untersuchung wurden in einer englischsprachigen wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. Die Untersuchung und Publikation lagen federführend beim Bochumer Projektpartner, dem Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV, Institut der Ruhr‑Universität Bochum (IPA).