Auch nach der Genesung von Atemwegsinfektionen leiden viele Menschen noch unter langanhaltenden Beschwerden. Wenn Symptome mindestens zwölf Wochen nach einer Infektion bestehen bleiben, spricht man von einem postakuten Infektionssyndrom (PAIS). Doch wie häufig treten diese auf und was passiert, wenn Betroffene erneut erkranken? Diesen Fragen sind wir in zwei aktuellen Untersuchungen der DigiHero-Studie nachgegangen.
Für die erste Studie wurden die Angaben von 46.915 Erwachsenen ausgewertet. Von den Personen, die zwischen September 2024 und August 2025 eine Atemwegsinfektion durchgemacht hatten, berichteten 18,8 % über Beschwerden, die mindestens zwölf Wochen anhielten. Dabei traten nach Infektionen mit SARS-CoV-2 und
Influenzaviren ähnliche langanhaltende Beschwerden auf. Besonders häufig waren Erschöpfung, Atemnot und eine verminderte körperliche Belastbarkeit.
In einer zweiten Studie betrachteten wir 2.801 Personen mit langanhaltenden Beschwerden. 43 % hatten bereits zuvor eine solche Episode erlebt. Dabei zeigte sich, dass Personen, die vor der erneuten Infektion noch nicht vollständig genesen waren, häufiger und länger unter Beschwerden litten und stärker im Alltag eingeschränkt waren.
Die Ergebnisse zeigen, dass langanhaltende Beschwerden nach
Atemwegsinfektionen auch nach dem Ende der COVID-19 Pandemie noch
verhältnismäßig häufig auftreten. Zudem scheint der Genesungszustand vor einer
erneuten Infektion eine wichtige Rolle für den weiteren Verlauf zu spielen.
Die Ergebnisse wurden jeweils in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht: