Welche Faktoren hängen mit Burnout zusammen?

Burnout entsteht, wenn Belastungen bei der Arbeit über längere Zeit die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigen. Typische Anzeichen sind starke Erschöpfung, eine distanzierte Haltung gegenüber der Arbeit und das Gefühl, weniger leistungsfähig zu sein. Um Burnout besser vorzubeugen, haben wir untersucht, welche Faktoren besonders eng damit zusammenhängen.

Dazu haben wir Ende 2023 die DigiHero-Teilnehmenden befragt und Daten von 27.020 Berufstätigen im Alter von 18 bis 67 Jahren ausgewertet. Berücksichtigt wurden organisatorische Arbeitsbedingungen, psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz, soziodemografische Merkmale und die psychische Gesundheit. Mithilfe maschinellen Lernens konnten wir die Bedeutung dieser Faktoren gemeinsam betrachten.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass psychosoziale Arbeitsbedingungen und die psychische Gesundheit stärker mit Burnout zusammenhängen als organisatorische oder soziodemografische Merkmale.

Psychosoziale Arbeitsbedingungen, die besonders eng mit Burnout verbunden waren, sind ein Ungleichgewicht zwischen beruflichem Einsatz und der dafür erhaltenen Anerkennung, eine starke Beeinträchtigung des Privatlebens durch die Arbeit sowie eine hohe persönliche Verausgabungsbereitschaft.

In Bezug auf eine schlechtere psychische Gesundheit gingen insbesondere depressive Symptome und auch eine geringere Lebenszufriedenheit, geringere psychische Widerstandskraft (Resilienz), stärkere Angstsymptome und stärkere selbst eingeschätzte psychische Belastung mit stärkeren Burnout-Symptomen einher.

Organisatorische Faktoren spielten insgesamt eine geringere Rolle. Dennoch zeigten sich Unterschiede zwischen Berufen und Tätigkeitsfeldern. So wiesen beispielsweise Lehrkräfte im Durchschnitt leicht höhere Burnout-Werte auf als viele andere Berufsgruppen. Auch sehr umfangreiche Arbeit im Homeoffice sowie lange Bildschirmarbeit standen in einem schwachen Zusammenhang mit Burnout.

Unter den soziodemografischen Merkmalen zeigte Alter einen schwachen Zusammenhang: Die Burnout-Werte stiegen zunächst bis etwa zum Ende der Zwanziger an, nahmen anschließend über viele Jahre hinweg ab und zeigten um das 60. Lebensjahr nochmals einen leichten Anstieg.

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein unterstützendes Arbeitsumfeld, ausreichend Anerkennung und ein gutes Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben wichtige Ansatzpunkte zur Vorbeugung von Burnout sein könnten. Da die Daten zu einem einzigen Zeitpunkt erhoben wurden, lässt sich jedoch nicht sicher feststellen, ob die gefundenen Faktoren Burnout verursachen oder teilweise auch Folgen von Burnout sind. Um Ursache und Wirkung besser zu verstehen, sind weitere Langzeitstudien erforderlich.