2025 war für BeoNet-Halle ein besonders produktives Jahr. Zwei weitere Originalarbeiten wurden veröffentlicht, und die Ergebnisse der letzten Jahre wurden in der Dissertation von Konstantin Moser unter dem Titel „Feasibility and methodological approaches for primary care data collection in Germany using the BeoNet-Halle registry“ zusammengeführt.

Am 18. Juni 2025 erschien in Frontiers in Medicine die Studie „Feasibility of data extraction and evaluation with BeoNet-Halle: outcomes and data quality in hepatitis B and C screenings“. Untersucht wurde, wie gut sich das seit dem 1. Oktober 2021 eingeführte Hepatitis-Screening im Rahmen des Check-Up 35 mit Routinedaten auswerten lässt. Die Analyse zeigte, dass 10 % der potenziell geeigneten Patientinnen und Patienten gescreent wurden, 20 neue Fälle identifiziert werden konnten und gleichzeitig relevante Unterschiede in der Dokumentationsqualität zwischen den Praxen bestanden. Besonders bei Abrechnungsziffern und Laborfeldern wurde deutlich, wie wichtig standardisierte Datenstrukturen für belastbare Auswertungen sind.

Am 11. September 2025 folgte ebenfalls in Frontiers in Medicine die Studie „Health disparities and selection bias in obtaining broad consent in a general practitioner setting“. Sie vertiefte die Vorarbeiten aus 2024 und zeigte in einer größeren Versorgungsstichprobe, dass Patientinnen und Patienten mit Broad Consent im Durchschnitt häufiger chronisch krank waren, mehr Arztkontakte hatten und mehr Verordnungen sowie Überweisungen erhielten als die allgemeine Praxispopulation. Damit wurde die Frage der Repräsentativität von Broad-Consent-basierten Datensätzen noch klarer herausgearbeitet.

Auch die Gesamtentwicklung des Registers wurde 2025 sichtbar: In der Dissertation wird beschrieben, dass BeoNet-Halle Ende 2025 bereits anonymisierte Daten von mehr als 380.000 Patientinnen und Patienten aus 26 überwiegend hausärztlichen Praxen sowie pseudonymisierte Daten von über 1.500 Personen mit Broad Consent umfasste. Damit hat sich das Projekt von einer methodischen Aufbauphase zu einer belastbaren Forschungsinfrastruktur für die ambulante Versorgungsforschung weiterentwickelt.

Der Jahresrückblick 2025 zeigt damit vor allem eines: BeoNet-Halle liefert nicht nur Daten, sondern auch zunehmend wissenschaftliche Antworten auf die Frage, wie Routinedaten aus der Primärversorgung in Deutschland qualitätsgesichert, datenschutzkonform und repräsentativ für Forschung genutzt werden können.