2023 war für BeoNet-Halle ein wichtiges Jahr des methodischen Aufbaus. Mit der Veröffentlichung der Grundlagenarbeit zur Datenbankstruktur wurde erstmals ausführlich beschrieben, wie Versorgungsdaten aus Haus- und Facharztpraxen technisch extrahiert, datenschutzkonform verarbeitet und für die Forschung nutzbar gemacht werden können.

Die am 20. April 2023 veröffentlichte Publikation „BeoNet-Halle-development of a multifunctional database for the automated extraction of healthcare data from general practitioner and specialist practices“ zeigt den damaligen Stand des Registers: anonymisierte Datensätze von rund 73.043 Patientinnen und Patienten aus fünf Praxen, mehr als 2,6 Millionen ICD-10-kodierte Diagnosen, über 1,4 Millionen Verordnungen und knapp 1,9 Millionen Laborergebnisse. Zusätzlich konnten bereits pseudonymisierte Daten von 481 Patientinnen und Patienten erfolgreich exportiert werden.

Für das Projekt besonders wichtig war 2023 auch, dass die Arbeitsabläufe rund um Broad Consent, Exportmodule und Treuhandstellenmodell konkret beschrieben und damit für weitere Forschungsvorhaben nachvollziehbar gemacht wurden. Damit wurde die Grundlage geschaffen, um BeoNet-Halle nicht nur als technische Infrastruktur, sondern als praxistaugliches Forschungsinstrument weiterzuentwickeln.

Auch außerhalb von Publikationen gewann das Projekt an Sichtbarkeit: Im Juni 2023 erreichte BeoNet-Halle den 2. Platz beim Innovationspreis für medizinische Register. Zusammen mit dem fachlichen Austausch auf Kongressen und in Netzwerken war 2023 damit ein Jahr, in dem die infrastrukturelle Basis gelegt und zugleich die wissenschaftliche Anschlussfähigkeit des Projekts gestärkt wurde.

Aus dieser methodischen Grundlage konnten in den Folgejahren weitere Arbeiten zu Primärversorgungsdaten, Broad Consent, Datenqualität und Selektionsprozessen entstehen.