Die ersten Lebensjahre sind entscheidend für die Entwicklung des Darmmikrobioms und des Immunsystems. Eine aktuelle Analyse der LöwenKIDS-Geburtskohorte untersuchte, wie die Zusammensetzung der Darmflora mit Infektionen und der Mikrobiomveränderung nach Antibiotikatherapien zusammenhängt.
Hierfür wurden 1.176 Stuhlproben von 162 Kindern bis zum Alter von zwei Jahren ausgewertet. Kinder mit späterer Antibiotikatherapie – meist aufgrund von Hals-Nasen-Ohren-Infektionen – wiesen bereits Monate zuvor höhere Anteile von Bacteroides im Darm auf. Gleichzeitig zeigte sich, dass ein Bacteroides-reiches Mikrobiom nach Antibiotikagaben stabiler war. Kinder mit niedrigen Bacteroides-Werten verloren dagegen stärker an mikrobieller Vielfalt und zeigten ausgeprägtere Veränderungen der Darmflora.
Die durch Antibiotika verursachten Veränderungen waren insgesamt meist vorübergehend. Nach mehr als drei Monaten unterschieden sich die Mikrobiome behandelter und unbehandelter Kinder kaum noch. Interessanterweise war ein hoher Anteil von Prevotella mit einem geringeren Infektionsrisiko, aber einer geringeren Widerstandsfähigkeit des Mikrobioms verbunden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bacteroides im frühen Kindesalter eine wichtige Rolle spielt: Die Bakteriengattung scheint einerseits mit einer höheren Anfälligkeit für Infektionen verbunden zu sein, andererseits aber die Stabilität und Regenerationsfähigkeit des Darmmikrobioms nach Antibiotikatherapien zu fördern.